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Altersvorsorge 
Freitag, 13.10.2017

Privatrente als Kernstück der privaten Altersvorsorge?

Hintergrund

Die GDV-Statistik für 2016 weist bei "Verträge Neuzugang 2016" einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr i.H.v. 10,9 % für Renten-und Pensionsversicherungen aus. Das spricht eine deutliche Sprache, zumal diese Entwicklung schon seit Jahren anhält und mit Minuszahlen in allen anderen Statistikkategorien, wie z.B. beim Vertragsbestand und bei den beitragsabhängigen Statistikkategorien, bestätigt wird.

Die Statistik gibt eigentlich nur in der Kategorie "Fondsgebundene Rentenversicherungen" mit einem Plus von 7,7 % einen Hinweis auf eine alternative Entwicklung im LV-Bereich.

Warum der Trend?

Nun ließe sich natürlich trefflich diskutieren, ob in der Niedrigzinsphase stärker kapitalmarktabhängige Vorsorgeanlagen der klassischen Rentenversicherung vorzuziehen sind oder nicht. Aus der Sicht eines Beraters jedoch sollte nicht diese Diskussion im Vordergrund stehen, sondern die Eignung oder Nichteignung jedes seiner Kunden für die eine oder andere Anlageform.

Auffällig ist schließlich schon, dass die traditionell aktienscheuen und volatilitätsempfindlichen deutschen Anleger den sensibelsten Teil ihres Vermögens, die Altersvorsorge, plötzlich in Verträge stecken, bei denen mehr oder weniger direkt in Aktien und Renten investiert wird, statt sie in den traditionell für diesen Zweck bevorzugten klassischen LV-Vertragsformen anzulegen. Die Vermutung, dass dies eine Folge zielgerichteter Beratung unter Ausnutzung der zweifellos für Anleger nicht erfreulichen Niedrigzinssituation ist, liegt nahe.

Die Interessen der Anleger

Dass sich die Interessen der Anleger in den vergangenen Jahren stark verändert haben könnten, erscheint wenig wahrscheinlich. Dafür ist das Finanzwissen in der breiten Anlegerschaft nach wie vor auf zu niedrigem Stand, was in den Branchenmedien auch immer mal wieder heftig betrauert wird. Altersvorsorge dürfte deshalb in den Augen der meisten Anleger nach wie vor nur mit sehr sicheren Anlagen sinnvoll sein. Es stellt sich dann natürlich die Frage, ob Fondspolicenanleger wirklich auch alle Risiken der Fondspolicen kennen. Schließlich sind die Risiken an den Kapitalmärkten, sowohl am Aktien- wie auch am Rentenmarkt derzeit recht hoch.

Die Interessen der Finanzberater

Es ist natürlich immer besonders erfolgreich, wenn im Vertrieb auf eine positive Vergangenheitsperiode hingewiesen werden kann. Das ist derzeit sowohl bei Aktien- wie auch bei Rentenanlagen der Fall. Sowohl bei Neuanlagen wie auch bei Umdeckungen können eindrucksvolle Vergangenheitsrenditen genannt werden, die unerfahrene Anleger natürlich in die Zukunft projizieren.

Beratung

Dennoch gibt es viele Argumente, die dafür sprechen, Altersvorsorge stärker am Kapitalmarkt zu orientieren. In den meisten Fällen ist jedoch eine differenzierte Vorgehensweise ratsam. Niedrigzinsphase hin oder her, die Vorteile einer klassischen Rentenversicherung kombiniert mit kapitalmarktnäheren Verträgen, wobei letztere angesichts der derzeitigen Situation der Aktien- und Rentenmärkte keine Eile haben oder nicht allzu hoch gewichtet werden müssen, dürften den wirklichen Interessen vieler Kunden entgegenkommen.

Sorgen muss man sich um Anleger machen, die klassische LV-Verträge derzeit zu hunderttausenden in Graumarktprodukte wie Genussscheine, Nachrangdarlehn usw. tauschen, weil dort angeblich höhere "Zinsen" geboten werden, obwohl diese Produkte sich in aller Regel, u.a. wegen der unübersehbaren Risiken, nicht für die Altersvorsorge der Anleger eignen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.

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